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Die Kritiker haben leider Recht.
Bislang meinte ich auch immer, sich von den Dingen ein eigenes Bild zu machen, sei das Beste. Nach den Erfahrungen im Tuana Club werde ich kritische Gästebewertungen auf dieser Homepage aufmerksamer lesen. Ich, alleinreisende Mutter aus Berlin mit zehnjährigem Sohn, wollte uns beiden eine gemütliche Strandwoche bescheren. Wir waren schon öfter in der Türkei. Die Gäste-Ansprache an der Rezeption hat mich bereits irritiert. Niemand der türkischen oder russischen Mitarbeiter rang sich ein "Guten Abend" oder "Willkommen, was können wir für sie tun?" ab - und die meisten Gäste fanden das wohl normal. Erst auf freundlich-nachdrückliches Insistieren z. B. sorgte man in stockdunkler Nacht für den Transport der Koffer in die Zimmer. Da das Hotel hauptsächlich von russisch- und türkischsprechenden Gästen besucht wird, habe ich dort in einer Woche so gut wie keine Kommunikation mit deutschen Gästen geführt. Gottlob folgte ich dem Tipp eines der wenigen deutschen Gäste, den ich sehr weiterempfehlen kann: am Strand entlang 200 m nach links laufen, dort befindet sich das Hotel "Lykia Botanika" - am dortigen Steg liegt das Gulet "Botanika", das jeden Mo, Mi und Frei von 10-19 h mit ca. 25 Gästen eine himmlische Fahrt zu den Buchten an sechs Inseln unternimmt. Erwachsene zahlen 25, Kinder bis 10 J. 10 Euro, die Betreuung und Beköstigung ist super(Buchung beim Juwelier des Hotels "Botanika"). Während unseres Aufenthaltes haben wir den Ausflug 2x mitgemacht, mit den hauptsächlich deutschen und niederländischen Gästen waren dann auch sehr nette Gespräche möglich.
Einen weiteren Tag retteten wir uns vor dem Tuana-Gegröle mit einem Ausflug nach Fethiye. Der große Markt am Dienstag ist wirklich spektakulär, damit meine ich nicht das auch dort vorhandene Angebot an Marken-Fakes, sondern den Einblick in das reale Leben der Türken, die dort mit dem Verkauf von Früchten etc. ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wir besuchten den Markt erst am Abend (Ende ist 19 h), dann erlebt man den Ausverkauf. Eine kurze Taxifahrt weiter muss man dann noch unbedingt den Fischmarkt erleben. In einem großen Innenhof bestaunt und kauft man frischen Fisch, der in den direkt anliegenden Restaurants dann für kleines Geld zubereitet wird. Ab 22 h musizieren dann noch Zigeuner - ein herrlicher Abend, der Dolmus zurück bis zum Hotel fährt bis Mitternacht. Obwohl gebucht, haben wir also das Tuana möglichst gemieden. Das Essen an sich und die Atmosphäre im Restaurant waren eine Katastrophe. Die Esskultur insbesondere der russischsprachigen Gäste ist doch sehr, sehr anders. Die Präsentation des Essens, die Vielfalt und vor allem die Hygiene sind einfach nur schlecht. Die Kritik geht sicher ans Management, den Köchen und "Service"-Kräften floss der Schweiß in Strömen herunter, aber es gibt augenscheinlich viel zu wenig Personal. Die Abend"unterhaltung" ist ein Witz, so etwas unterirdisch Schlechtes haben wir noch nie erlebt. Gottlob gab es einen Fernseher im Zimmer. Die angebotenen Ausflüge der Reiseleitung im Hotel sind sehr teuer (ein Tagesausflug mit einem doppelstöckigen Gulet für 70-100!!! Personen für 35 Euro, antike Stätten 85 Euro),die gleichgültigen Gästebetreuerinnen in ihrem Büro zu treffen ist Glückssache. Auch die als "kostenlos" ausgewiesene Hamam-Nutzung ist keinesfalls kostenlos, sämtliche Anwendungen kosten etwas(die traditionelle Waschung z. B. 28 Euro). Und noch etwas: die Mücken haben uns kaum eine Nacht durchschlafen lassen, wir waren arg malträtiert. Wenn überhaupt wieder ein Urlaub in dieser Region, würde ich höchstens das Hotel Lykia Botanika besuchen. Über das Tuana sollte das Öger-Management einmal nachdenken - es ist nämlich alles andere als "majesty".
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