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Türkei

Islam

Allgemeines
Der Islam in der Türkei
Die wichtigsten Flügel des Islam
Die Islamische Zeitrechnung
Stellung der Frau im Islam


Allgemeines
Der Begründer des Islam ist der Prophet Mohammed, Sohn einer verarmten Kaufmannsfamilie, der etwa im Jahr 570 in Mekka geboren wurde. Das heilige Buch des Islam ist der Koran. In ihm sind die Offenbarungen aufgezeichnet, die der Prophet von Gott empfangen hat. Der Koran stellt somit das Wort Gottes dar, das unfehlbar und wahr ist und keinesfalls verändert werden darf.

Der Islam kennt nur einen Gott, der Allah heißt. Er ist der allmächtige Schöpfer und Herrscher der Welt und alles ist ihm untertan. Die vor Mohammed von Gott in die Welt gesandten Propheten, von Abraham bis Jesus, der den Muslimen als Prophet und nicht als Sohn Gottes gilt, werden im Islam ebenso hoch geehrt wie Mohammed, das Alte und das Neue Testament sieht der Islam als heilige Bücher an, jedoch als Vorläufer des Koran, der als endgültig letztes Buch allein rein und unverfälscht ist.

Dem westlichen Betrachter mag der Islam fast wie eine Synthese, eine Weiterentwicklung der beiden vor ihm in der selben Region entstandenen monotheistischen Religionen, der jüdischen und der christlichen erscheinen. Ähnlich der jüdischen Religion ist der Islam vor allem auch eine diesseitige, auf das weltliche Leben ausgerichtete Lehre, die uneingeschränkten Gehorsam und Unterwerfung (Islam bedeutet Unterwerfung) des Gläubigen unter die jeden Bereich des Lebens regelnden Anweisungen Gottes, die den ganzen Menschen mit Körper, Geist und Seele einbeziehen, fordert.

Die als "fünf Säulen des Islam" bezeichneten, von jedem Gläubigen unbedingt einzuhaltenden Gesetze, sind das Glaubensbekenntnis, das Gebet fünfmal am Tage, das Fasten im Monat Ramadan, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka einmal im Leben.

Wer diese Regeln einhält und das Leben, die Würde, Ehre und den Besitz seiner Mitmenschen achtet, wird sofern Gott ihm Gnade erweist, nach seinem Tode in das Paradies eingehen. Anderenfalls ist sein Bestimmungsort die Hölle. Der Islam geht von der Existenz von Engeln, des Teufels sowie gut- und bösartiger Geister aus.
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Der Islam in der Türkei
Der Islam hat seinem Wesen gemäß immer einen großen Einfluß auf die Politik gehabt, sie definiert. Die weltlichen waren immer gleichzeitig die geistlichen Herrscher oder zumindest von ihnen weitgehend dirigiert. Ein Krieg im Islam war demnach - wie auch die christlichen Kreuzzüge im Mittelalter - immer auch ein heiliger Krieg, geführt um der Interessen Gottes willen, zur Durchsetzung seiner Ziele, zur Stärkung seiner Macht.

Die schamanistischen Türken wurden bereits in der 2. Hälfte des 10. Jh., als sie noch in Mittelasien lebten, zum Islam bekehrt. Nachdem sie im 11. Jh. nach Westen wanderten und nach und nach Anatolien zu ihrem Herrschaftsgebiet gemacht hatten, wurden sie allmählich die treibende Kraft seiner Ausbreitung. Im Jahre 1453 eroberte der osmanische Sultan Mehmet I. Konstantinopel, wodurch der Zusammenbruch des oströmischen Reiches besiegelt wurde, und als Selim I. im Jahre 1517 Kairo erobert hatte, wurde er der Kalif (=Nachfolger des Propheten), der oberste Herrscher der Muslime in der ganzen Welt. Die Türken bildeten daraufhin jahrhundertelang die "Speerspitze des Islam", unterwarfen in seinem Namen große Gebiete in Afrika, Asien und Europa. Das Osmanische Reich war somit in diesem Sinne weniger ein "türkisches" als ein islamisches, in dem der Sultan "im Namen Gottes" herrschte.

Als Mustafa Kemal ATATÜRK nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und dem erfolgreichen Abschluß des türkischen Befreiungskrieges im Jahre 1924 das Kalifat abschaffte, setzte er dem Einfluß des Islams enge Grenzen, trennte nach westlichem Vorbild staatliche und religiöse Macht. ATATÜRK unterdrückte somit nicht die Religion als solche, wie viele seiner Feinde damals und heute wieder verstärkt behaupten, sondern verwehrte dem Islam die Einfluß auf die weltliche Macht, um so die Schaffung einer modernen Gesellschaft vorzubereiten, was angesichts des Selbstverständnisses des Islams und der Überzeugung vieler Gläubiger natürlich revolutionär war. Bis heute ist dieses Ziel des Gründers der modernen Türkei noch nicht völlig umgesetzt, die Reislamisierungstendenzen im Lande sind ein Beweis dafür.

In der Türkei haben die Juden und Christen volle Religionsfreiheit und besondere Rechte. Es gibt Kirchen und Synagogen, christliche und jüdische Schulen und Krankenhäuser. Der Amtssitz des Patriarchen, des Oberhauptes der griechisch-orthodoxen Kirche, befindet sich in Istanbul. Die große Mehrheit der türkischen Staatsbürger ist jedoch muslimisch, die meisten gehören der sunnitischen und ca. 20 % der alewitischen Konfession an.
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Die wichtigsten Flügel des Islam
Die Sunniten stellen in der gesamten islamischen Welt, außer im Iran, die Mehrheit. Grob umrissen kann gesagt werden, daß sie gehalten sind, die "Sunna", die koranische Lehre und die als Anweisungen des Propheten überlieferten "Hadith"-Regeln buchstabengetreu zu beachten.

Ihnen gegenüber stehen die Schiiten, die im Iran vorherrschen und in einigen anderen Ländern vertreten sind, und die Alewiten in der Türkei, dem Irak und Syrien. Sie sind sich einig in der Auffassung, daß der Kalif Ali, der Schwiegersohn und Neffe des Propheten, und dessen Nachkommen die einzig legitimen Nachfolger Mohammeds seien. Hierbei ist festzustellen, daß die iranischen Schiiten vergleichsweise orthodox und intolerant geprägt sind.

Insgesamt kann gesagt werden, daß es innerhalb dieser zwei Hauptkonfessionen des Islams in allen muslimisch geprägten Ländern eine Vielzahl von sowohl streng orthodoxen als auch eher mystisch ausgerichteten Strömungen gibt, die auch teilweise heute noch in ordensähnlichen Vereinigungen nach sehr unterschiedlichen Regeln leben. Somit sollte die Gemeinde der muslimischen Gläubigen nicht als einheitliches, monolithisches Ganzes, sondern eher als eine Ansammlung höchst unterschiedlicher Einzelstrukturen unter dem "Dach" des alle verbindenden Glaubens an den alleinigen Gott und seines letzten Propheten Mohammed angesehen werden.
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Die Islamische Zeitrechnung
Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem Jahre 622, der Emigration des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Das islamische Jahr ist 10 bis 11 Tage kürzer das gregorianische, da es nach dem Mondzyklus berechnet wird. Es umfaßt ebenfalls 12 Monate von je 29 oder 30 Tagen. Der erste Monat heißt Muharrem. Somit wird der 1. Januar in den islamischen Ländern, in denen zwar auch der gregorianische Kalender gilt, nicht unumstritten als Neujahrs- und Festtag begangen. Es gibt zwei besondere Höhepunkte im islamischen Jahr. Dies sind der Monat Ramadan, in dem zwar tagsüber gefastet und enthaltsam gelebt wird, des abends jedoch, nach dem Fastenbrechen eine sehr feierliche und fröhliche Atmosphäre vorherrscht, mit dem nachfolgenden "Zuckerfest", das drei Tage andauert und zweitens das viertägige "Opferfest", an welchem in Angedenken an den Widder, den Gott dem Propheten Abraham als Opfertier sandte, vorzugsweise Schafböcke rituell geschlachtet und das Fleisch zu je einem Drittel der eigenen Familie, den Nachbarn und den Armen gegeben wird. Die Wallfahrt nach Mekka wird ebenfalls in der Zeit des Opferfestes durchgeführt.Zurück zum Inhalt
Stellung der Frau im Islam

Zuletzt sollte noch kurz auf die Stellung der Frau im Islam, ein Thema, über das immer wieder heiß, aber selten objektiv diskutiert wird, eingegangen werden.

In allen monotheistischen Religionen wird die Frau als "dem Manne untertan" angesehen. Insofern nimmt der Islam hier keine Sonderstellung ein. Allgemein könnte gesagt werden, daß die Stellung der Frau in diesen Religionen um so angesehener ist, je weltlicher - "moderner" - die jeweilige Gesellschaft geprägt ist, je weniger Wert auf die genaue Befolgung der in den heiligen Büchern als festgelegt angesehenen Richtlinien gelegt wird. Auch in den islamischen Ländern ist die Stellung der Frau durchaus unterschiedlich. Im Iran und in Saudi Arabien, also in Ländern, die für sich in Anspruch nehmen, im Rahmen des islamischen Rechtsverständnisses vorzugehen, hat sie weniger Rechte als z.B. in der Türkei, in der eine bürgerliche Gesetzgebung nach westlichem Muster maßgeblich ist, wobei die Frau in den ländlichen Gebieten des Landes jedoch traditionsgemäß "unterdrückter" ist, als in den Großstädten. Man könnte, allerdings grob vereinfachend, vielleicht sagen, daß die Frauen immer so viel Rechte haben, wie die Männer ihnen zugestehen und daß diese für jede Art der Unterdrückung leicht irgendeinen Vers aus dem jeweiligen heiligen Buch als Vorwand zitieren können, solange die Frauen ihrerseits das zulassen. Das Problem der tatsächlichen Rechtlosigkeit der Frauen in vielen islamischen Ländern soll mit diesen Feststellungen nicht kleingeredet werden, es handelt sich aber weniger um ein spezifisch islamisches, als eher ein religiös verbrämtes gesellschaftliches Problem.
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Quelle: www.norgaz.de

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